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BurnOut erkennen: Der Moment, als mein Körper stop sagte

Im letzten Blog habe ich beschrieben, wie ich lange versuchte, mich anzupassen. Mehr Struktur, mehr Disziplin, mehr Kontrolle. Und eine ganze Weile funktionierte das auch.

2019 war ich Teamleiterin im Business Development, hatte Verantwortung, Kundentermine und ein volles Arbeitspensum. Nach aussen lief alles.

Innen sah es anders aus.

Aussen ruhig, innen Chaos - ein Visualisierungsversuch bei Eintritt in die Klinik
Aussen ruhig, innen Chaos - ein Visualisierungsversuch bei Eintritt in die Klinik

Das Gedankenkreisen wurde stärker. Nachts lag ich wach und spielte Gespräche im Kopf immer wieder durch, suchte nach besseren Antworten, klareren Argumenten, weniger Angriffsfläche. Tagsüber arbeitete ich weiter, als wäre nichts. Das Herzrasen und die Enge in der Brust gehörte inzwischen zum Alltag.


Ich erklärte mir das alles. Anspruchsvoller Job eben. Hohe Erwartungen – vor allem von mir an mich – das muss so ein. Gleichzeitig begann ich, an mir zu zweifeln. Ob ich wirklich auf der Höhe war? Ob ich etwas übersehen hatte? Also bildete ich mich weiter, suchte nach Antworten, nach Sicherheit – und fand doch keine Ruhe…


BurnOut Symptome: Wenn Erschöpfung zum Dauerzustand wird


Die Erschöpfung wurde tiefer. Nicht mehr nur ein müder Abend nach einem langen Arbeitstag, sondern ein Gefühl von bleierner Schwere.


Konzentration wurde zur Anstrengung. Dinge, die früher selbstverständlich waren, verlangten plötzlich volle Kraft. Und statt innezuhalten, reagierte ich mit dem, was ich kannte: noch mehr Struktur, noch mehr Kontrolle. Mehr Listen. Mehr Planung. Mehr System.


Auch im Aussen wurde inzwischen sichtbar, dass etwas nicht stimmte. Zum Beispiel beim lahmen Versuch, meinen Chef davon zu überzeugen, dass ich alles schaffe und noch mehr. Und mein Unverständnis für seinen Blick, der irgendwo zwischen Hilflosigkeit und Hilfsbereitschaft waberte: er wusste es und konnte nichts tun. Ich war schon längst taub geworden für Hilfsangebote.


BurnOut Anzeichen: Der leise Moment des Zusammenbruchs


Es gab keinen grossen Knall. Kein dramatisches Ereignis. Eher ein schleichender Punkt, an dem nichts mehr wirklich ging.


Die ersten Panikattacken kamen plötzlich, fast beiläufig. Im Supermarkt. Im Kleidergeschäft. Auf der Autobahn. Situationen, die zuvor selbstverständlich gewesen waren, wurden plötzlich unkontrollierbar. Der Körper reagierte, bevor ich verstand, was geschah.

Rückblickend hatte er längst entschieden. Ich funktionierte nicht mehr. Und konnte es auch nicht mehr überspielen.


Es brauchte trotzdem zwei Ärzte, die unabhängig voneinander denselben Flyer vor mich legten: eine Burnout-Klinik im Engadin. Und es brauchte jemanden an meiner Seite, der verstand, dass ich diesen Schritt nicht mehr selbst gehen konnte.

Die Fahrt über den Flüelapass zur Klinik ist mir bis heute in Erinnerung. Nicht als Aufbruch. Eher als ein Zustand tiefer Schwere und Versagen. Alles war zu viel geworden. Selbst das, was sonst Halt gegeben hätte.


BurnOut verstehen: Wenn der Körper schneller ist als der Kopf


Mein Körper hatte die Reissleine gezogen. Nicht plötzlich. Sondern konsequent. Schritt für Schritt, Signal für Signal, bis es nicht mehr zu überhören war.

Und vielleicht ist genau das der schwierigste Teil: Dass ein Burnout nicht in dem Moment beginnt, in dem wir zusammenbrechen. Sondern lange davor. In all den Momenten, in denen wir weitermachen, obwohl längst etwas in uns stehen bleiben möchte.

Der Klinikaufenthalt war kein Neuanfang. Er war das Eingeständnis, dass es so nicht weitergeht.


Was es bedeutet, an diesem Punkt anzukommen und was in der Klinik passiert ist, erzähle ich im nächsten Blog.

 

Fortsetzung folgt.

 
 

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