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Perfektionismus - wenn „gut genug“ nicht reicht

8. Aug.
2 Min. Lesezeit

Wenn Perfektionismus plötzlich auftaucht

Da war er wieder. Dieser Anspruch.

Ich habe kürzlich meine frühere Heimatstadt besucht: Eine Grossstadt, in der ich viele Jahre gelebt habe. Mit U-Bahn, Trubel, Tempo. Diesmal war ich mit dem Fahrrad unterwegs.

Am touristischen Zentrum habe ich angehalten, ein Foto gemacht – so ein klassischer Moment. Und dann hatte ich eine Idee: Ich fahre von hier aus direkt zum Fluss. Und von dort wieder hinaus aus der Stadt. Eine für mich neue Route, aber der Fluss ist schliesslich überall in dieser Stadt. Klingt einfach, oder?


Anspruchshaltung: „Ich muss das können“

Ich bestand darauf, die Navigation zu übernehmen. Schliesslich ist es meine Stadt. Ich muss mich hier auskennen.

Nur: Früher war ich fast immer unterirdisch unterwegs. U-Bahn rein, U-Bahn raus. Oberirdisch sah das plötzlich alles anders aus. Ich fuhr los – und verlor die Orientierung. Erst ein bisschen. Dann immer mehr.

Die Strassen kamen mir fremd vor. Die Richtung fühlte sich falsch an. Und mit jeder Minute wurde ich unruhiger. Nicht nur, weil ich den Weg nicht fand. Sondern wegen dem, was in meinem Kopf passierte:

Das kann doch nicht sein. Das ist deine Stadt. Warum weisst du das nicht? Du solltest das können.

Ich wurde hektischer. Angespannter. Verwirrter. Ja – ich habe den Fluss irgendwann gefunden. Aber das, was blieb, war nicht Erleichterung. Es war Frustration.


Perfektionismus erkennen und loslassen

Es war dieses Gefühl von: Ich bin nicht gut genug. Ich funktioniere nicht richtig. Ich hätte das besser machen müssen.

Und genau da zeigt er sich so deutlich: Der Perfektionismus.

Nicht laut. Nicht offensichtlich. Sondern leise, hartnäckig und unglaublich streng.

Er sagt nicht: „Das war schwierig.“ Er sagt: „Du hättest das können müssen.“

Er lässt keinen Raum für Umstände. Keine Fehler. Kein Menschsein. Nur Anspruch. Und wenn wir ihn nicht hinterfragen, glauben wir ihm.

Früher hätte mich so ein Moment noch viel länger begleitet. Vielleicht hätte ich mich den ganzen Tag darüber geärgert. Heute halte ich inne. Ich nehme wahr: Da ist gerade viel Druck.

Ich erkenne: Es geht nicht um den Weg. Es geht um meinen Anspruch an mich selbst.

Und ich entscheide bewusst, anders damit umzugehen; anders mit mir umzugehen! Freundlicher. Nachsichtiger. Realistischer.

Denn die Wahrheit ist: Ich habe mich nicht verirrt, weil ich unfähig bin. Sondern weil ich eine neue Perspektive eingenommen habe. Und das darf verwirrend sein.


Selbstfürsorge statt Perfektionismus im Alltag

Perfektionismus lässt uns glauben, wir müssten immer funktionieren. Immer wissen. Immer leisten. Aber genau das erschöpft uns.

Was wir stattdessen brauchen, ist Selbstfürsorge. Ein inneres „Es ist okay“. Auch – und gerade – wenn es nicht perfekt läuft.

Perfektionismus wird nicht einfach verschwinden. Aber wir können lernen, anders mit ihm umzugehen. Und genau das ist Teil meiner Arbeit.

In meinen Coachings zeige ich dir, wie du diesen inneren Druck erkennst, verstehst – und Schritt für Schritt loslässt.

Damit aus „Ich muss perfekt sein“ wieder wird: Ich darf einfach ich sein. Kommst du mit? Melde Dich: viviane@vizion-coaching.ch


Fortsetzung folgt.


 
 

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